Der geplante Pumpspeicher auf der Koralm hat gewaltige Dimensionen: Die beiden Speicherseen, (Glitzkar und Seeebachtal) die je rund 5 Mio m³ Wasser enthalten können, haben eine Oberfläche von je rund 20 ha. Mit einer Nennleistung von ca 980 MW wäre der Pumpspeicher Koralm der leistungsstärkste in österreich.
Die Staudämme türmen sich von der talseitigen Sohle über 100 m hoch auf. Errichtet werden sie aus dem Schutt- und Gesteinsmaterial, das aus dem Glitzkar, dem Seebachtal und der Kaverne gesprengt werden soll.
Über eine riesige Rohrleitung, die die beiden Stauseen verbindet werden diese Wassermassen entweder abgelassen, zur Stromerzeugung, oder hochgepumpt, zur “Stromspeicherung”. Nach ca. 8 h !!!, wäre bei Volllast der Oberspeicher allerdings leer.
Für diese gewaltige Anlage sind aber auch ebenso gewaltige Eingriffe in die Natur erforderlich. (siehe auch UVP Pflicht für das Projekt)
Der Oberspeicher im Glitzkar entsteht durch einen gewaltigen Damm aus Schüttmaterial. Aufgrund des schiefrigen Untergrundes, der nicht wasserdicht wäre, wird nach Entfernung des ganzen oberflächigen Erdmaterials das gesamte Glitzkar asphaltiert!!! Da sich mehrere Masten der 380-kV-Leitung im Speicherbecken-/Dammbereich befinden, müssen diese verlegt werden.
Das sich im Glitzkar befindliche Hochmoor würde verschwinden, ebenso verschwinden würde das für die Koralm typische Borstengras und damit der Lebensraum einzigartiger Lebewesen, wie des Alpensalamanders.
Das das Glitzkar über viele Jahrzehnte von der steiermärkischen Landesregierung als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wurde, erscheint vor der landschaftlichen Schönheit und Bedeutung für die Biodiversität auf der Koralpe – diese war in der letzten Eiszeit eisfrei und somit Rückzugsort vieler Arten und Lebewesen – mehr als angebracht und nachvollziehbar.
Der Unterspeicher im Seebachtal entsteht ebenfalls durch einen gewaltigen Damm auf Höhe Waldsteinbauer aus Schüttmaterial aus dem Seebachtal, der Kaverne und diversen Stollenbauten.
Der Seebach, mittlerweile Hauptzubringer für die Schwarze Sulm wird zu diesem Zweck aus seinem Flussbett in einen unterirdischen Stollen, in der Länge des Unterspeichers umgeleitet. Der Seebach dient außerdem als einzige nenneswerte Wasserquelle zur Befüllung und Wiederbefüllung der Speicher. Das es sich beim Seebach um einen Fluss höchster Qualität und Unberührtheit handelt muss nicht detailliert beschrieben werden.
Zur Verbindung der beiden Speicherseen dient ein ca 400 Höhenmeter überwindender senkrechter Verbindungsstollen, durch den gewaltige Wassermengen abgelassen oder hochgepumpt werden. Das technische Zentrum der Anlage befindet sich schließlich in der Kaverne. Diese unterirdisch errichtete Kaverne soll ebenfalls gigantische Ausmasse haben und Platz für Turbinen, Generatoren und Pumpen bieten.
Für die Herstellung dieser Bauwerke inklusive Zufahrts-, Ableitungs-, Ausleitungs-, sowie Triebwasserstollen, Zufahrtwegen von der Weinebenstrasse zu den Baustellen und auf die Gregormichlalm sollen ca 400 Arbeitskräfte über mindestens 6 Jahre sorgen. Wohnen werden diese Arbeitskräfte in einem Containerdorf auf der Gregormichlalm, inklusive der notwendigen Infrastruktur, wie Wasserversorgung bzw. Abwasserentsorgung und unter Einsatz von vielen Tonnen Sprengstoff (täglich 5 Tonnen!!!), sowie riesigen Beton- und Asphaltmischanlagen usw.
Historie der UVP-Pflicht des Projektes „Pumpspeicher Koralm“
In einem UVP-Verfahren geht es um Umweltvorsorge. Großprojekte werden in einem solchen Verfahren auf alle möglichen gravierenden Umweltauswirkungen geprüft – Luft, Wasser, Boden, Landschaft, Pflanzen, Tiere, Menschen u.a.m. Die Gesamtprüfung ersetzt die sonst für Projekte notwendigen Einzelgenehmigungsverfahren für Wasserrecht, Naturschutzrecht und Forstrecht